Entwicklung

Mitteldeutsche Zeitung vom 25.11.2009

Black-White Cats werden zehn Jahre
Aus einer Kneipenidee heraus entstand mehr als nur eine Tanzformation

VON FRANK HARNACK
DESSAU-ROSSLAU/MZ. „Jeder fängt mal klein an“: Mit diesem alten deutschen Sprichwort lässt sich am treffendsten die Geburtsstunde der Black-White Cats beschreiben, jener Cheerleading-Mannschaft, die am Sonnabend ihren zehnten Geburtstag feiern wird. 1999 entstand die Formation als Abteilung des SV Dessau 05. Die Idee dazu kam dem damaligen Vereinspräsidenten Henrik Klemm bei einem Kneipen-Abend im Antik-Pub.

Mit der Sportlehrerin Andrea Hausdörfer fand Klemm eine engagierte Trainerin, die früher selbst als Turnerin aktiv war und sich ohne viel Federlesens an den Aufbau der Cats machte. „Ich hatte vorher überhaupt keine Berührungspunkte mit dieser Sportart“, erinnert sie sich. Die Erfahrungen aus der eigenen sportlichen Laufbahn und als Leiterin einer Arbeitsgemeinschaft Tanz am damaligen Max-Müller-Gymnasium halfen ihr und den etwa zehn Mädels, die den Start-Squad der Cats bildeten, anfangs weiter. „Wir hatten im ersten Jahr keine Ahnung von den Techniken. Das brachten wir uns alles selbst bei“, weiß Andrea Hausdörfer. Ein Name war rasch gefunden.

Black (schwarz) und White (weiß) in Anlehnung an die Farben des SV Dessau 05, und „Cats, weil wir damals dachten, dass ein Cheerleadingteam so heißen sollte“, meint Andreas Hausdörfer lachend. Ihr Debüt feierten die Black-White Cats schließlich im Januar 2000, als sie beim Fußball-Hallenturnier um den Pokal der Württembergischen Versicherung (heute Ford-Cup) erstmals in der Öffentlichkeit auftraten.

Ein „Aha-Erlebnis“ war dann der Besuch eines Cheerleading-Camps in Potsdam. Erstmal sahen die Dessauerinnen, was beim Cheerleading alles möglich ist. Die Trainer der bereits etablierten Teams gaben zudem viele Ratschläge und Hinweise. „Der Besuch des Camps war der Auslöser für die sportliche Entwicklung“, nickt Andrea Hausdörfer.

Obwohl die Cats stets einer hohen Fluktuation bei den Mitgliedern ausgesetzt waren (und es weiterhin sind), stieg das Interesse unter den Dessauer Mädchen und Jungen an dieser Sportart stetig an. Fünf Jahre nach der Gründung zählte die Truppe bereits 18 Aktive. Im selben Jahr wurde mit den Cheeky Snowcats ein Junior-Team (11 bis 16 Jahre) aus einer Schul-AG heraus gegründet, 2006 folgte mit den PeeWees für die unter Zwölfjährigen die dritte Formation.

Von Anfang an war der Anspruch, aus den Cats mehr als eine reine „Anfeuerformation“ zu machen. Die Teilnahme an Cheerleading-Wettkämpfen gehörte zu den Zielen, die verfolgt und auch erreicht wurden. Im Jahr 2003 traten die Cats zu ihrem ersten Wettkampf an und kehrten vom Angels-Cup in Riesa als Fünfte zurück. Drei Jahre später landeten die Dessauerinnen auf dem gleichen Rang bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf.

Anfang dieses Jahres wechselte die Abteilung die Dachorganisation und schloss sich dem Cheerleading und Cheerdance Verband Deutschland an. Auf Anhieb gewannen die Black-White Cats und die Cheeky Snowcats in diesem neuen Verband die Landesmeistertitel von Sachsen-Anhalt und mischten auch beim regionalen Championat weit vorn mit. „Mit solch einer Entwicklung war damals, als wir das Team gründeten, wirklich nicht zu rechnen“, meint Andrea Hausdörfer zurück blickend. Es fängt halt jeder irgendwann einmal klein an.